Hochgeschwindigkeitsprojekte

VDE 8 Hochgeschwindigkeitsstrecke in Deutschland Startet Betrieb

VDE 8 Hochgeschwindigkeitsstrecke in Deutschland Startet Betrieb

313 Kilometer Gleise – so viel hat die PORR Bau GmbH seit Juni 2012 zwischen Nürnberg und Leipzig vom System Slab Track Austria eingebaut. Beauftragt wurde dies seitens der DB Netz AG, einer Tochter der Deutschen Bahn AG – im Rahmen des „Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nummer Acht“, kurz VDE 8 genannt. Diese Verkehrsmaßnahme wurde bereits 1991 im Zuge der Wiedervereinigung von Deutschland beschlossen, mit dem Ziel das gesamtdeutsche Verkehrsnetz zu verbessern. Für das Projekt VDE 8  von München nach Berlin mit einer Gesamtstreckenlänge von 515 km, waren mehr als 190 km in Fester Fahrbahn als Hochgeschwindigkeitstrecke für 300 km/h neu zu errichten. Für drei von vier ausgeschriebenen Neubaulosen hat die PORR den Zuschlag erhalten, in Form eines „Design & Build“ Auftrages.

Konkret war die PORR zuständig für die Streckenabschnitte Coburg – Ilmenau mit einer Länge von 44 Kilometer, Bad Staffelstein – Coburg mit 22 Kilometer und Erfurt – Leipzig / Halle mit 90 km. Aufgrund der topographischen Gegebenheiten und der Tatsache, dass die Strecke über zahlreiche Brücken und durch Tunnel führt, war die Planung und Logistik dieses Bauvorhabens eine enorme Herausforderung. Mussten auf den langen Linienbaustellen doch nicht nur die benötigten Materialien termingerecht auf der Baustelle sein, auch andere am Bau beteiligte Gewerke mussten koordiniert werden, wie etwa jene Unternehmen, die für den Oberleitungsbau oder die Signaltechnik zuständig waren.

In Zahlen bedeutet dies 8.000 verschiedene Pläne für den Fahrbahnoberbau, die Lärmschutzwände und die Bahntechnik, 74 unternehmensinterne Genehmigungen, xx Zulassungen im Einzelfall und sieben erteilte Zulassungen zur Betriebserprobung. Organisiert wurde auch die reibungslose Anlieferung und Einbau von 60.000 Gleistragplatten.

Beim System Slab Track Austria handelt es sich übrigens um eine gemeinsame Entwicklung von den Österreichischen Bundesbahnen und der PORR. Das Hauptelement ist die Elastisch gelagerte Gleistragplatte. Das wartungsfreie Fahrbahnsystem besticht durch höchste Gleisverfügbarkeit und hohem Fahrkomfort, den integrierten Körperschallschutz und den kurzen Bauphasen aufgrund des hohen Vorfertigungsgrades. 1989 wurde Slab Track Austria das erste Mal verlegt und ist seither ohne Erhaltungs- und Wartungsaufwand in Betrieb.  

 

Für dieses Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer Acht (VDE 8) wurden viele technische Lösungen speziell entwickelt.. Unter anderem die Befahrbarkeit der Festen Fahrbahn mit und ohne integrierter Führungsschienenfunktion in Form von auswechselbaren Betonfertigteilen – damit im Notfall Tunnel- und Brückenbereiche von radgebundenen Rettungsfahrzeugen einfach zugänglich und befahr sind. Eine Innovation, die PORR gemeinsam mit Partner entwickelt hat.</font></font>

In den vergangenen Monaten wurden vor der Inbetriebnahme der letzten Teilabschnitte ausführliche Testfahrten mit stufenweiser Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit bis 330 km/h durchgeführt. Mit Dezember 2017 startet nun der Vollbetrieb dieser Hochgeschwindigkeitsstrecke mit bis zu 300 km/h über die gesamte VDE 8 – Strecke und damit wurde das Ziel erreicht, das gesamtdeutsche Verkehrsnetz zu verbessern.

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VDE 8.2. Erfurt - Leipzig / Halle

VDE 8.2 Erfurt – Leipzig/Halle

Deutschland
 
Die Neubaustrecke (NBS) Erfurt – Leipzig/Halle ist als normalspurige, zweigleisige, elektrifizierte Eisenbahnstrecke für den hochwertigen Reise- und Güterverkehr konzipiert. Sie hat eine Gesamtlänge von 123 Kilometer. 2 x 90 Kilometer Feste Fahrbahn werden in Tunneln, auf Brücken und in offenen Abschnitten gebaut.
 
Die Trassierung ist für eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h pro Stunde ausgelegt. Die Strecke verläuft von Erfurt Hauptbahnhof zunächst parallel zur Bestandsstrecke, zweigt bei Vieselbach in Richtung Nordosten ab und führt mit der Scherkonde-Talbrücke bei Krautheim und der Gänsebach-Talbrücke bei Buttstädt durch das Thüringer Becken. 

VDE 8.1.3 Ebensfeld–Coburg

Deutschland
 
Die Neubaustrecke (NBS) Ebensfeld – Leipzig/Halle ist als normalspurige, zweigleisige, elektrifizierte Eisenbahnstrecke für den hochwertigen Reise- und Güterverkehr konzipiert. Sie hat eine Gesamtlänge von 22 Kilometer, die zweigleisig mit Fester Fahrbahn gebaut werden.
 
Die Trassierung ist für eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h pro Stunde ausgelegt. Als Teil des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit 8.1. verläuft die Strecke von Ebensfeld, kreuzt den Thüringer Wald durch sieben Tunnel und sechs Viadukte. Der Hauptbahnhof Coburg ist mit dem neuen Gleis durch einen Knoten mit einer Festen Fahrbahn zum nächsten Bauteil des Projektes Los 2 Mitte verbunden.

VDE 8.1.2 Coburg–Ilmenau

Deutschland
 
Die Neubaustrecke (NBS) Erfurt – Leipzig/Halle ist als normalspurige, zweigleisige, elektrifizierte Eisenbahnstrecke für den hochwertigen Reise- und Güterverkehr konzipiert. Sie hat eine Gesamtlänge von 44 Kilometer, die zweigleisig mit Fester Fahrbahn gebaut werden.
 
Die Trassierung ist für eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h ausgelegt. Die Strecke verläuft als Teil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit 8.1 von Coburg weg, wo der Haupt¬bahnhof mit dem neuen Gleis durch einen eigenen Knoten verbunden ist und den Thüringer Wald durch 12 Tunnel und 14 Viadukten durchkreuzt. In Ilmenau ist die Strecke mit der nächsten Einheit des Projektes Los 1 Nord verbunden.